Lesungen

Samstag, 2. Mai 2020 | 17 Uhr

Iwan-Michelangelo D’Aprile

Theodor Fontanes Ostsee – Kindheitserinnerungen, Tourismusgeschichte, Romanschauplätze

Zur Lesung: 

Neben Berlin und der Mark Brandenburg gehört auch die Ostsee zu den prägenden Regionen Theodor Fontanes. In Swinemünde verbrachte er nicht nur ebenso viele seiner Kindheitsjahre wie in Neuruppin, sondern er schätzte deren Bedeutung für seine Bildung und spätere Entwicklung zum Schriftsteller auch deutlich höher ein. Die Entstehung des Massentourismus mit der Gründung der großen Seebäder, neben Swinemünde auch der drei Usedomer Seebadschwestern, begleitete der passionierte Reisende mit hoher Aufmerksamkeit – die zugehörige Reiseführerliteratur wurde zum Modell für seine „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Nicht zufällig machte Fontane die Küstenorte der Ostsee vielfach zum Schauplatz seiner Romane: vom ersten Entwurf eines modernen Gesellschaftsromans unter dem Titel „Allerlei Glück“ über seinen berühmtesten Roman „Effi Briest“ bis zu seinem letzten Plan eines Störtebeker-Romans. Der Fontane-Biograph Iwan-Michelangelo D’Aprile lädt ein zu einer literarischen Spurensuche zu diesem noch nicht ausreichend gewürdigten Aspekt des berühmten deutschen Realisten.

Zum Autor: 

geboren 1968 in Berlin, ist Literarturwissenschaftler und Historiker. Er hat zur Kulturgeschichte Berlins im 19. Jahrhundert sowie zur Geschichte des Journalismus publiziert und lehrt als Professor für «Kulturen der Aufklärung» an der Universität Potsdam.


Foto © Thomas Roese

Samstag, 6. Juni 2020 | 17 Uhr

OskaKatja Oskamp

Marzahn mon amoure

Zur Lesung: 

Katja Oskamp ist Mitte vierzig, als ihr das Leben fad wird. Das Kind ist aus dem Haus, der Mann ist krank, die Schriftstellerei, der sie sich bis dahin gewidmet hat: ein Feld der Enttäuschungen. Dann macht sie etwas, was für andere dem Scheitern gleichkäme: Sie wird Fußpflegerin. Und schreibt auf, was sie dabei hört – Geschichten voller Menschlichkeit und Witz.

Berlin-Marzahn, einst das größte Plattenbaugebiet der DDR. Hier leben Herr Paulke, vor vierzig Jahren einer der ersten Bewohner des Viertels; Frau Guse, die sich im Rückwärtsgang von der Welt entfernt; Herr Pietsch, der Ex-Funktionär mit der karierten Schiebermütze. Sie sind mehr oder weniger alt, reparaturbedürftig, und der regelmäßige Termin zum Peeling und Hornhautschaben ist vor allem eine Möglichkeit zu erzählen. Katja Oskamp hört ihnen zu und erschafft aus ihren Geschichten Wunderwerke über den Menschen an sich – von seinen Füßen her betrachtet. Es sind Geschichten, die nicht vorkommen, wenn wir über die Menschen in unserem Land sprechen. Und die sich überall zutragen.

Zur Autorin:

Katja Oskamp, geboren 1970 in Leipzig, ist in Berlin aufgewachsen. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft arbeitete sie als Dramaturgin am Volkstheater Rostock und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Bisher wurden von ihr der Erzählungsband Halbschwimmer und die Romane Die Staubfängerin und Hellersdorfer Perle veröffentlicht.


Foto © Paula Winkler

Samstag, 22. August 2020 | 17 Uhr

Volker Köpp
Das Vogelhaus – Geschichten

Zur Lesung: 

Der Titel „Das Vogelhaus“ lässt nur den Eingeweihten direkt erahnen, worauf sich der Maler Volker Köpp in einer seiner Geschichten bezieht: die Ahlbecker Seebrücke, die im Volksmund auch sogenannte „alte Dame“.

Volker Köpp entführt uns in die kleine Welt der Seebäder, die auch gleichzeitig die große Welt des menschenlichen Allzumenschlichen ist und lässt uns eintauchen in die Skurrilität des Alltags in einem Ort, in dem im Sommer der Einheimische zum Fremden wird. In dieser Welt begegnet man unter anderem den Geschichten eines betrunkenen Clowns und eines abgemusterten Matrosen, in denen sich der liebevolle Blick des Autors auf den Menschen und auch seine poetische Kraft zeigen.

Zum Autor: 

1953 geb. in der Stadt Usedom., 1959-69 Schulbesuch in Seebad Ahlbeck, 1969-71 Forstarbeiterlehre in Güstrow, 1972-73 Wehrdienst Peenemünde u. Garz, 1973-7 “Theaterrequisiteur in Cottbus u. 
Abendstudium der H. f. B. K. Dresden, 1976-81 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, 1981-89 “freiberufliche Tätigkeit als Maler/Grafiker 
und Galerist (Minigalerie) in Ahlbeck “, 1989 Ausreise über Prag, 1990-93 Werbegrafiker und Dozent in Osnabrück, 1993-2000 “Rückkehr nach Seebad Ahlbeck u. ständige
Ausstellung im Galerie-Café “MÖVE” “, 2002 Ankauf eines alten Fischerkatens u., 2004 Eröffnung der Galerie Köpp,


Foto © Volker Köpp | Seebrücke Ahlbeck | Öl | 60×90 cm 1988

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