Usedomer Kunstverein e.V.

25 Jahre Kunstverein sind nicht vorstellbar ohne die fast 20 Jahre Kunstpavillon zu DDR-Zeiten. Wir hatten einen gleitenden, unspektakulären Übergang in der Arbeit um gute Ausstellungen vor und nach der Wende, weil es immer um Qualität ging. Es wechselten die Vorstände, doch der künstlerische Beirat bestand und besteht aus fast denselben Personen. Selten waren Künstler die Vorsitzenden (1987 Sabine Curio, 1988 Volker Köpp). Der bürokratische Aufwand war zwar zu DDR-Zeiten geringer, aber jedes Plakat und Faltblatt musste dem Rat des Kreises, Abteilung Inneres, vorgelegt werden und von dort politisch überprüft und genehmigt werden. Wir hatten z.B. eine große GRIESHABER-Ausstellung mit Leihgaben aus den Kunsthallen Rostock und Stuttgart; wir stellten Ernst Schröder aus, der damals in Hamburg lebte; und Karen Schacht, die „in den Westen“ gegangen war. An weitere Ausstellungen mögen andere erinnern. Ich hoffe sehr, dass der Kunstpavillon weiterhin den „Kurs halten“ kann.

Sabine Curio 

Goethe um Weniges erweitert: Die größte Achtung, die ein Kunstverein für sein Publikum haben kann, ist, dass er niemals bringt, was man erwartet, sondern was er selbst auf der jedesmaligen Stufe eigener und fremder Bildung für Recht und nützlich hält. In diesem Sinne bemühen wir uns um unsere Ausstellungen.

Sibylle Leifer

1990: Freude und Besorgnis. Wenn ihr nicht aufpasst, geht vieles von dem, was euch jahrzehntelang lieb und wichtig war, gleich mit den Bach hinunter, sagte ein befreundeter Maler aus dem Westen, Leute, ihr müsst euch engagieren! Wir gründeten einen Kunstverein und einen Freundeskreis. Und immerhin: Der Kunstpavillon Heringsdorf und Otto Niemeyer-Holsteins Lattenort blieben. Das ist gut, selbst für jene, die nie eine Kunstausstellung betreten haben.

Matthias Wegehaupt

Rückblickend erfüllt es mit unbeschreiblicher Freude, dass dieser vor 25 Jahren gegründete Verein die so schöpferische und vielfältige ostdeutsche Moderne aus den dunklen Nischen, in die sie die DDR-Kulturpolitik gepresst hatte, herausholen und einem breiten, teilweise weitgereisten und stets überaus verblüfftem und ergriffenen Publikum sichtbar machen konnte. Künstler mit dem inkommensurablen Hauch uneinholbarer Fremdheit, die uns eine verlorengegangene Demut des Sehens wiederschenkten, wie Carlfriedrich Claus, oder der Vater der Jungen Wilden Gil Schlesinger oder manchmal auch Gerhard Altenbourg, hatten einen Auftritt im Kunstpavillon Heringsdorf, ebenso ihre legendären Gruppen und Kreise – Clara Bosch in Chemnitz (Karl-Marx-Stadt), die gewaltigen Leipziger, die mitteldeutschen Wilden, die feinsinnigen Dresdener Abstrakten, die sinnlichen Berliner. Bekannte wie Unbekannte ‚zeigten sich‘ im Pavillon neben den Hiesigen und befreiten sich so von dem ihnen von der DDR-Kulturpolitik aufgeklebten Etikett der abwegigen Sonderlinge. Sie zeigten sich vielmehr als Teilnehmer einer unerschöpflichen Welt-Bewegung. Unterstützt wurde die Aktion von Georg Baselitz, der persönlich Anweisung gab, Grafiken für den Pavillon bereitzustellen, wie auch die Edition Staeck Blätter der deutschen Nachkriegs-Avantgarde schickte, für kleinere Galerien in der Regel unerreichbar.

Das Getane wird in diesem Fall zum Auftrag und der Rückblick auf den Usedomer Kunstverein, dessen Gründung vor 25 Jahren von einer überwältigenden Mehrheit der Usedomer unterstützt wurde, kann nur ein Vorblick werden, ein Weitermachen auf dem Weg der Kontinuität inmitten der Brüche, d.h. der Sicherung und Bewahrung der menschenfrohen Freiheit und kritischen Unabhängigkeit , die die Moderne auf ihre Fahnen geschrieben hatte, jene einzig wirklich erfolgreiche Weltenwende im Zeitalter der Revolutionen, zu der die Künstler hinter der AG Kunstpavillon und dem späteren Usedomer Kunstverein mit ihren Arbeiten und ihrer Art zu leben Unverwechselbares beigetragen haben; erinnert sei an dieser Stelle an Otto Manigk, Otto Niemeyer-Holstein, Susanne Kandt-Horn, Manfred Kandt, Vera Kopetz, und die Künstler, die im Beirat des Usedomer Kunstvereins wirkten oder noch wirken: Sabine Curio, Volker Köpp, Sibylle Leifer, Oskar Manigk, Matthias Wegehaupt und an den Berliner Maler Roger David Servais, der den Anstoß zur Vereinsgründung gab.

Voller Ehrerbietung und Dankbarkeit.
Ricarda Horn am 31.12.15

Wenn man das 25- jährige Bestehen des Kunstvereins feiert, feiert man selbstverständlich auch das Bestehen des Kunstpavillons Heringsdorf – ein sonderbares, nicht nur architektonisch Schönes, in die Ostseelandschaft passendes und somit ungewöhnliches Relikt aus längst vergangenen DDR-Zeiten, in dem immerhin der Kunstverein arbeitet und ohne den es den Verein sicher nicht gegeben hätte. Denn der Usedomer Kunstverein wurde gegründet, um Ausstellungen der Bildenden Künstler nach dem Zusammenbruch der DDR hier weiter zu betreiben. Ja, wird nun manch einer sagen, damals wurde alles diktiert, (wer bsw. dort ausstellte) und heute haben wir endlich Demokratie für eine freie Wahl der Ausstellenden. Ja, aber so einfach ist es dann doch auch wieder nicht. Was hat eigentlich dazu geführt, für ein paar Usedomer Künstler, einen Ausstellungspavillon zu bauen und zu betreiben, der zweifelsfrei ideologisch konzeptionell umbegründbar und für die übliche DDR-Manier überhaupt nicht sinnvoll war? Mit dieser Frage könnte heute ein Staatswissenschaftler promovieren. Jedoch beantwortet sich diese Frage zu einen Teil aus sich selbst heraus, wenn man dann den Tendenzen folgt, wer dort ausstellte und wie Usedomer Künstler selbstbestimmend mitwirkten im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Sicher ist dies ein ziemlich seltsames DDR-Relikt, vielleicht auch sogar einmalig. Kulturpolitik lässt sich halt nur klug betreiben, mit “Bestbesetzung” an künstlerischen Werken. Was das auch immer heißen mag, darüber wurde immer schon gestritten, aber ihr geistiges künstlerisches Handwerk sollten die Protagonisten schon auf einem gewissen Niveau beherrschen. Es wird natürlich immer dann besonders schwierig für die Künstler, wenn die Politik, die Macht oder das Geld mit seinen Interessen übergewichtig werden und den “künstlerischen Fluss” in seiner Natürlichkeit kanalisieren möchte. Aus einem derartigen Disput ist der Kunstpavillon eigentlich geboren worden und assimiliert zu einem ständig lebendigem streitbarem Objekt der Begierden für Ausstellende und Betreiber (Eigentümer). Schon B. Brecht in seinem “Kaukasischem Kreidekreis” bediente sich dem biblischen salomonischen Urteil, was denn die “richtige” Mutter im Kinderstreit sei. Betrachtet man nun einmal in diesem Sinne die Kunstwerke, als des Künstlers “Kinder”, wird man verstehen, was gemeint ist und was an Zukünftigem dem Usedomer Kunstverein weiterhin zu wünschen wäre. Meinen Dank an alle, die diesen Part getragen haben und hoffentlich weiter in Balance tragen mögen und auch können.

Volker Köpp

Es ist lange her. In einer Zeit, wo ich noch öfter an den Strand ging und dann meist auch badete. Nicht weit raus bin ich geschwommen, sondern immer nur vorne geblieben, wo sich die Wellen brechen und wo das Rauschen herkommt. Einmal, und das weiß ich noch heute, war da nur eine mäßige Dünung. Das Meer hob und senkte sich und war ein mächtiger atmender Körper von großer Gelassenheit.  Das sah ich aus nächster Nähe und hielt meinen Kopf nur gerade so über Wasser. Und bemerkte, wie sich ein großes Insekt auf der gewölbten Meeresflut niederließ. Ein blasses Wesen mit nur zwei Flügeln und langen, biegsamen Beinen, deren Enden flach auflagen und darum nicht einsanken. So stand es regungslos auf dem Wasser mit einer irritierenden Selbstverständlichkeit und ließ sich von der Dünung langsam an mir vorbei tragen, dem Ufer entgegen. Wir nannten diese eigenartigen Insekten „Schneider“. Heute weiß ich, dass es große Mücken sind, friedliche Hautflügler, die nicht stechen, in der Nähe des Wassers wohnen und gerne auf das Meer hinausfliegen.

Und von daher gelangte es einige Zeit später in unser Vereins-Emblem. Anfangs, soweit ich mich erinnere, noch als ein von mir handgeschnittener Linolstempel. Später und offenbar mit unser aller Einverständnis dann in sämtliche Vereinsdrucksachen. Wobei es zu einer – zumindest für mich – sehr überraschenden Metamorphose gekommen ist, als die große Mücke, genannt „Schneider“, richtiger aber Schnake (lateinisch: tipula), nämlich in den Rang einer sogenannten „Libelle auf der Welle“ aufstieg und befördert wurde. Ein Titel von besonderem Klang, den es nur hier gibt und der seinen Träger anders als im wirklichen Leben kein bisschen verändert hat.

Oskar Manigk

Covid19 Einlass | AKTUELLES

30.9.2021

Wie jedes Jahr, ist der Kunstpavillon im Oktober von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

 

23.9.2021

Am 25. September eröffnen wir um 17 Uhr die Ausstellung “Follow me!” der Künstlerin Katia Fouquet.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ihr Usedomer Kunstverein e.V.

 

 

15.9.2021

28. Usedomer Kunstauktion am Samstag

Liebe Freunde der Kunst,
am kommenden Samstag, 18.9.2021, wird um 11 Uhr im Kunstpavillon die 28. Usedomer Kunstauktion stattfinden. Die Bieternummern erhalten Sie am Auktionstag vor Ort ab 10 Uhr.

Wir freuen uns darauf, Sie zur Auktion begrüßen zu dürfen.

Falls Sie nicht persönlich teilnehmen können, denken Sie bitte daran, dass Ihre Ferngebote spätestens am Freitag, 17.9.2021, vorliegen müssen. Nutzen Sie auch gern unser neues Onlineformular.

Alle Werke können Sie bis zur Auktion täglich von 15 bis 18 Uhr im Kunstpavillon und auf unserer Internetseite betrachten.

 

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald gilt ab heute die Corona-Warnstufe „gelb“. Es ist somit die 3G-Regel zu beachten.

 

Aufgrund der Wetterlage wird die Auktion aller Voraussicht nach nicht auf dem Vorplatz des Pavillons, sondern im Pavillon selbst stattfinden.

Herzliche Grüße sendet Ihnen Ihr
Usedomer Kunstverein e.V.

 

7.9.2021

Liebe Freunde der Kunst,

die 28. Usedomer Kunstauktion steht vor der Tür:

am Sonntag, dem 12. September eröffnen wir um 11 Uhr die Ausstellung zur Auktionsvorbesichtigung mit einem Sektempfang.

 

Eine Woche später, am Samstag, dem 18. September findet um 11 Uhr die legendäre Auktion statt – bei gutem Wetter wird der Hammer vor dem Pavillon geschwungen.

 

Wir freuen uns sehr auf Sie und Euch.

 

www.usedomer-kunstverein.de/kunstauktion

 

Herzliche Grüße

Ihr Usedomer Kunstverein e.V.

 

 

18. August 2021

 

Am 28. August um 17 Uhr findet unsere nächste Lesung statt:

Iwan-Michelangelo D’Aprile

Theodor Fontanes Ostsee – Kindheitserinnerungen, Tourismusgeschichte, Romanschauplätze

 

Karten gibt es im Vorkauf im Kunstpavillon und in der Strandbuchhandlung in Ahlbeck für 8€/ 6€.

 

Wir freuen uns, Sie bei uns begrüßen zu dürfen.

 

 

30. Juli 2021

 

Die Ausstellung von Peter Herrmann musste leider kurzfristig abgesagt werden. Wir hoffen, dass wir sie bald nachholen können.

 

Stattdessen sehen Sie:

Mai und McLovla – Skulpturen und Fotoarbeiten

Eröffnung: Samstag, 7. August, 2021 um 17 Uhr

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

 

25. Juni 2021

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher des Kunstpavillons,

der Pavillon darf – unter Einhaltung der bekannten Hygienevorschriften – wieder ohne Nachweis eines negativen Tests, zweier Impfungen oder einer überstandenen Infektion betreten werden.

 

Merken Sie sich schon einmal unsere nächste Veranstaltung vor:

10. Juli 2021 um 17 Uhr: Lesung mit Thomas Kunst aus:

Zandschower Klinken

und Gedichte aus den Jahren

 

Karten zu 8€ bzw. 6€ erhalten Sie im Kunstpavillon Heringsdorf und in der Strandbuchhandlung in Seebad Ahlbeck (Seestraße 19)

 

 

 

22. Mai 2021

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher des Kunstpavillons,

nach über einem Monat ist es nun endlich soweit: Der Kunstpavillon ist sofort wieder mittwochs bis sonnstags von 15 bis 18 unter Einhaltung der bekannten Hygienevorschriften geöffnet.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Freuen Sie sich auf folgende Veranstaltungen im Juni:

5. Juni um 17 Uhr: Lesung von Verena Keßler “Die Gespenster von Demmin”

 

12. Juni um 17 Uhr: Finissage der Ausstellung “Pochoir”

 

19 Juni um 17 Uhr: Ausstellungeröffnung “Volker Köpp – Herangeholt”

Das geplante Sommerfest am 19. Juni muss coronabedingt leider verschoben werden.

 

Herzliche Grüße

Ihr Usedomer Kunstverein e.V.

 

 

18. April 2021

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher des Kunstpavillons,

der Kunstpavillon bleibt leider aufgrund der aktuellen Corona-Landverordnung ab dem 19. April geschlossen. Wir informieren Sie umgehend, sobald wir wissen, wann wir wieder öffnen können.

 

Sollten Sie aber an bestimmten Arbeiten interessiert sein, melden Sie sich gern per Email (info@usedomer-kunstverein.de) oder per Telefon (0151-40334065). Wir würden uns sehr freuen.

 

Ganz herzlich

Ihr Usedomer Kunstverein e.V.

 

5. April 2021

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher des Kunstpavillons,

aufgrund der geltenden Landesverordnung darf der Pavillon nur noch unter Einhaltung folgender Maßnahmen betreten werden:

 

1. Tragen eines Mund-Nase-Schutzes (OP-Maske, FFP2-Maske)

2. Desinfizieren der Hände

3. Vorlage eines zertifizierten negativen Tests

4. Es dürfen sich maximal 2 Haushalte mit insgesamt maximal 6 Personen zusätzlich zu den aufsichtführenden Personen im Pavillon aufhalten.

5. Dauerhafte Einhaltung der Abstandsregeln

6. Erfassen der Besucherdaten durch Luca-App oder Besucherliste

 

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie trotz aller Umstände, nicht auf den Besuch des Kunstpavillons verzichten würden.

Ihr Usedomer Kunstverein e.V.